OnScreenCommunicator mit Zusatzmodul „Anlautieren“

Wortfindungsstörung

Nach einem Schlaganfall ist das Wortverständnis des Patienten oft schwerwiegend gestört:
Der Patient ist nicht mehr in der Lage, Dinge richtig zu benennen.

So wird eine Unterhaltung schwierig oder in vielen Fällen sogar unmöglich.
Eine Strategie, um die Namen von Begriffen nach einem Schlaganfall wieder zu erlernen, ist das sogenannte „Anlautieren“.

Anlautieren als Therapieoption

Im Rahmen einer Therapie werden dem Patienten Bilder mit Gegenständen gezeigt, beispielsweise eine Banane.
Der Patient soll nun den Namen des Begriffes nennen.

Am Anfang fällt dem Patienten das Wort noch nicht ein.
Wenn der Patient den Begriff also nicht nennen kann, so wird der Anfangslaut des Begriffes gesprochen. Bei einer Banane wäre dies also „B“.
Es ist wichtig, dass nicht buchstabiert, sondern in Lautsprache gesprochen wird. In diesem Fall spricht man also „Böh“.

Durch das Anlautieren werden Verknüpfungen zwischen den Lauten und Begriffen im Gehirn wiederbelebt und neu ausgebildet.
Kann der Patient den Begriff auch mit dem Anfangslaut „Böh“ noch nicht benennen, so wird ein Laut hinzugenommen und dem Patienten vorgesprochen: „Bah“.

Kann der Patient den Begriff immer noch nicht benennen, so spricht man nun „Bah-nah“.
Man spricht also immer mehr Laute des Begriffes aus, bis der Patient den Begriff benennen kann.
Dies ist ein Lernvorgang, der öfter wiederholt werden muss. Bei genügend häufigen Wiederholungen sind sehr beeindruckende Ergebnisse zu erzielen, und das Lernen fällt immer leichter.

Oft sind jedoch keine geschulten Therapeuten kurzfristig verfügbar, die diese Übungen zusammen mit dem Patienten durchführen, oder die bewilligten Therapiesitzungen sind zeitlich nicht ausreichend für einen Behandlungserfolg.

Anlautieren mit dem OnScreeenCommunicator

Durch das Anlaut-Modul in OnScreenCommunicator können die Anlaut-Übungen zuhause auch ohne Therapeut problemlos durchgeführt werden:
Das perfekte Übungsszenario ist hier nämlich bereits als fertig eingerichtete Oberfläche in OnScreenCommunicator konfiguriert.

Die Computerstimme des Moduls „Anlautieren“ übernimmt die Funktion des Therapeuten: Die Computerstimme wurde speziell programmiert und kann – genau wie der Therapeut – die verschiedenen Laute des Begriffs aussprechen (siehe „Böh“, „Bah“, etc.)
Eine handelsübliche Computerstimme kann dies nicht.

Die Anlautier-Oberfläche

Zuerst sieht der Patient nur das Bild eines Gegenstandes.
Weiß der Patient den Begriff des Gegenstandes nicht, so klickt der Patient auf den Gegenstand. Die Computerstimme lautiert daraufhin den ersten Laut an: „Böh“.
Bei einem weiteren Klick spricht die Computerstimme nun „Bah“. Bei einem dritten Klick spricht sie „Bah-nah“.

Dem Patienten ist es so möglich, Begriffe zu lernen.
So wird eine Therapiesitzung zuhause möglich, und der Patient kann üben, wann immer er möchte.
Die Übungsoberfläche bietet bereits eine breite Auswahl an Begriffen, die trainiert werden können.
Dennoch ist es einfach, neue Begriffe in die Übungen mit aufzunehmen, um das Übungsprogramm noch persönlicher zu machen.
So können z. B. Bilder von Familienangehörigen oder ein Haustier in die Übung mit aufgenommen werden.